30/08/2019
Dieser Beitrag erreichte uns heute per Mail. Wir dürfen ihn nach Absprache mit Herrn Scheunemann hier veröffentlichen und unterstützen sein Anliegen ausdrücklich. Er hat diese Stellungnahme an die Stadträte von Eilenburg gesendet.
Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Name ist Mathias Scheunemann. Ich bin der engagierte Vertriebsleiter eines mittelständischen Handelsunternehmens. Wir sind eines der letzten verbliebenen Unternehmen, die kleine Dorfläden mit Lebensmitteln beliefern. Wir kämpfen für den Erhalt kleiner Dorfläden. Ein aktueller Bericht aus dem MDR zeigt eindrucksvoll die aktuelle Situation in Sachsen.
Nördlich von Eilenburg gibt es noch viele Dorfläden, die nun vor dem "Aus" stehen. Der Grund ist die geplante Überversorgung in Eilenburg. Zwei Internationale Konzerne (Kaufland und Edeka) planen, in Eilenburg je einen Standort zu errichten. Der geplante Kaufland und der Edeka werden die Kaufkraft aus den Dörfern abziehen. Die noch mobilen Kunden werden nach Eilenburg fahren und auf "Schnäppchenjagd" gehen. Zurück bleiben in den Dörfern die "Alten und Schwachen". Die reichen jedoch nicht aus, um einen Dorfladen wirtschaftlich zu betreiben. Besonders gravierende Auswirkungen hat der geplante Edeka. Der greift zusätzlich den nah&frisch Standort in Eilenburg (ehem. Konsum Eilenburg) an. Dieser Standort ist Nahversorger für die "Alten und Schwachen" in Eilenburg selbst und stützt die Dorfladenstruktur des Konsumnachfolgers. Ohne diesen Standort könnten die Dorfläden dieses Unternehmens nicht überleben. Ich bitte Sie, sich Ihrer Verantwortung für die vielen, vielen Arbeitsplätze in dem Unternehmen und für die Menschen in den Dörfern um Eilenburg bewusst zu sein. Sonst stirbt die ländliche Region um Eilenburg herum und damit auch Eilenburg selbst komplett aus.
Es braucht keine Fördergelder, wie im Bericht gefordert. Es braucht zur richtigen Zeit richtige Entscheidungen! Überversorgung führt zur Unterversorgung!
Schöne Grüße
Mehr als jeder dritte kleine Lebensmittelladen hat in den letzten zehn Jahren dicht gemacht. Wird der ländliche Raum weiter abgehängt? Wir fragen Direkt-Kandidaten der Parteien zu ihren Ideen gegen das Ladensterben.