26/12/2020
Chiliclub Limbach
Jeder meint ihn zu kennen, unseren Kulturwart und Dichter Gernot K., den man auch den Kaiser der Zweizeiler nennt. Den wenigsten ist aber bekannt, dass er eine Klausel in seinem Vertrag hat, die es ihm erlaubt, auch gelegentliche Fremdaufträge anzunehmen, was er in der Vergangenheit reichlich genutzt hat. So war er für international bekannte Firmen im Werbebereich und der Erfindung von Slogans tätig, so zum Beispiel für Mercedes, Siemens und den Limbacher Frisörsalon Schnuut in der Bahnhofsstraße. Unvergessen ist der Werbespruch, der dort jahrelang im Schaufenster hing: „ Schnipp Schnapp, Ohrläppche ab.“
Die Millionen, die er nebenbei verdiente, gab er nicht wie andere für Ferraris, Colalutscher und Spaghetti-Eis aus, sondern kaufte sich in Altenkirchen (Aalekeije) eine Kirschbaumplantage und wurde so dort zu einem der besten Steuerzahler. Jährlich reist er mit einer Delegation dorthin, um nach dem Rechten zu sehen und den Bürgermeister zu treffen. Mitte letzter Woche war es soweit. Begleitet von Kassenwart Paule P. und Pressesprecher Curdi R. kam er auf seiner Plantage an und musste mit Entsetzen feststellen, dass fast alle Kirschen von Fremdpersonen abgeerntet worden waren. Trittspuren und eine zurückgelassene Losung, die noch warm war, deuteten darauf hin, dass Gernot K. erst vor kurzer Zeit Opfer einer Rotte von Wanderpflückern geworden war. Eine Verfolgung ist wegen der Schnelligkeit der Rotte aussichtslos. Heute Kirschen in Aalekeije geräubert, morgen ein Latwerschfeld in Frankenthal niedergemacht und übermorgen in Italien die Piemont-Kirschen geklaut.
Anschließend war dann die Lagebesprechung mit Bürgermeister Harry D., vielen noch als ehemaligen Banker in Limbach bekannt, im Lokal M. Böhnlein, wo kurzfristig ein Biergarten eingerichtet wurde. Dort wurde dann der Ärger mit einem 3 Sterne Tropfen runtergespült. Es kann nur besser werden.