12/01/2024
DANGER DANGER!
Hufrehe Zeit!
Jawoll, hier im Norden können wir nicht nur Hochwasser, sondern aktuell tatsächlich Temperaturen deutlich unter des Gefrierpunktes.
Ich persönlich genieße das total. Ja, es ist teilweise Saukalt, aber dafür ist es trocken und sonnig. Kein Matsch mehr, störende Insekten so wieso nicht und warm Arbeiten geht ja bekanntlich immer. Herrlich.
Aber immer wieder kommen mir die Sorgen in den Kopf: Die Weiden sind nun knüppelhart gefroren! Viele nehmen das zum Anlass, die Pferde auch mal wieder für ein paar Stunden auf die Weide zu lassen. Hier und da ein wenig Gras zupfen, die Sonne auf ihrem Rücken genießen und endlich mal wieder frei bewegen, ohne direkt in der nächsten Matschpfütze stecken zu bleiben.
An und für sich ein sehr schönes Bild, die Pferde genießen es sichtlich. Doch die schlummernde Gefahr einer Hufrehe wird leider übersehen.
Hufrehe hat verschiedene Ursachen. Allen voran steht in unserer modernen Gesellschaft wohl die Hufrehe, welche durch eine "falsche" Fütterung ausgelöst wird.
Lange Zeit dachten die Fachleute, die Hufrehe wird über einen Eiweißüberschuss im Futter ausgelöst, korrelieren doch die Hufrehefälle mit den Zeiten besonders hoher Proteinwerten in den Gräsern.
Doch ist dem nicht so, wie man seit einigen Dekaden weiß. Es ist das Fruktan, welches die Hufrehe auslöst.
Fruktan ist, genau so wie die Stärke, ein langkettiges Kohlenhydrat, welches die Pflanze als Energiespeicher herstellt und beizeiten in das Wachstum steckt.
Dieses Fruktan entsteht bei der Photosynthese. Also immer dann, wenn die Sonne ordentlich scheint.
Das ist auch im Grunde überhaupt kein großes Problem, wächst die Pflanze ja normalerweise dann auch. Aber genau hier kommt dann im Winter das Problem der Temperatur hinzu: Fällt die Temperatur unter ca. 8°C, kann die Pflanze nur sehr langsam wachsen. Geht sie gegen 0°C oder gar darunter, wächst die Pflanze überhaupt nicht mehr.
Was also machen mit dem vielen Fruktan? Die Sonne scheint, Photosynthese regelt, aber es ist einfach zu kalt! Na klar, speichern für bessere Zeiten!
Und hier kommt nun das Problem: Das Gras speichert in diesen Zeit Unmengen an Fruktan ein. Ein Süßer, leckerer Zucker. Das Pferdi kann dem gar nicht widerstehen.
Der Mensch meint es gut, möchte dem edlen Ross ein paar Stunden im Winterwonderland schenken und denkt sich nichts böses. Doch das immer wieder zu dieser Zeit, jedes Jahr, die Hufrehefälle nach oben gehen, ist kein Zufall.
Also meine Lieben, denkt daran: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Eine Hufrehe ist ein unglaublich schmerzhafter Prozess, oft nicht berechenbar und kann unter Umständen bleibende Schäden mit sich ziehen. In schweren Fällen sogar den Tod des Pferdes. Setzt alles daran, dass eurer Pferd niemals eine Hufrehe bekommt. Das frostige Sonnenwetter ist verführerisch, aber gefährlich.